Das ist der Moment, in dem viele Menschen sich nicht mehr verstanden fühlen.
Vielleicht kennst du diesen Satz: „Medizinisch ist alles abgeklärt.“ Und trotz Behandlung sind die Schmerzen immer noch da. Vielleicht seit Monaten. Vielleicht seit Jahren.
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen erleben irgendwann diesen Punkt: Untersuchungen wurden gemacht, Therapien ausprobiert – und doch bleibt der Schmerz Teil des Alltags. Für viele beginnt genau hier eine schwierige Phase. Denn Schmerzen, für die es keine klare medizinische Erklärung mehr gibt, werden von der Umgebung häufig weniger ernst genommen. Doch Schmerz ist subjektiv und immer real.
Das Wichtigste in Kürze
- Jedes Schmerzbild muss medizinisch abgeklärt sein.
- Chronische Schmerzen können bestehen bleiben, auch wenn medizinisch vieles abgeklärt ist.
- Das bedeutet nicht, dass der Schmerz „eingebildet“ ist. Schmerz ist immer subjektiv.
- Das Nervensystem und das sogenannte Schmerzgedächtnis spielen eine grosse Rolle.
- Schmerztherapie mit Hypnose kann helfen, das Nervensystem zu beruhigen und neue Wege im Umgang mit Schmerz zu entwickeln.
Wenn Schmerz zum ständigen Begleiter wird
Chronische Schmerzen verändern das Leben. Sie beeinflussen den Schlaf. Die Energie im Alltag. Die Beweglichkeit. Und oft auch die Stimmung.
Viele Menschen versuchen lange, einfach weiterzumachen. Sie funktionieren im Alltag, gehen arbeiten, kümmern sich um ihre Familie. Doch innerlich wird es mit der Zeit anstrengend. Denn Schmerz kostet Kraft.
Und manchmal kommt zusätzlich ein Gefühl hinzu, nicht mehr wirklich verstanden zu werden. Sätze wie „Du musst einfach lernen, damit zu leben“ oder „Man sieht dir ja nichts an“ können sehr verletzend sein. Denn Schmerz ist etwas zutiefst Persönliches.
Das Schmerzgedächtnis – wenn das Nervensystem weiter reagiert
Unser Körper besitzt ein hochkomplexes Nervensystem. Wenn Schmerzen über längere Zeit bestehen, kann sich eine Art Schmerzgedächtnis entwickeln. Das bedeutet, dass das Nervensystem gelernt hat, Schmerzsignale besonders schnell und intensiv weiterzugeben.
Der ursprüngliche Auslöser kann dabei längst abgeklungen sein – doch das Nervensystem reagiert weiterhin. Das bedeutet nicht, dass der Schmerz nur „psychisch“ ist. Vielmehr zeigt es, wie eng Körper, Gehirn und Nervensystem miteinander verbunden sind.
Und genau hier setzen viele komplementäre Methoden an.
Mein eigener Weg mit Schmerz
Auch ich kenne chronische Schmerzen aus eigener Erfahrung.
Viele Jahre meines Lebens waren Endometriose-Schmerzen ein Teil meines Alltags – immer eine Woche im Monat – dann, wenn ich meine Regelblutungen hatte. Ich weiss also, wie sich Schmerzen anfühlen können, die immer wiederkommen.
Es gab Zeiten, in denen diese Schmerzen extrem präsent waren. Zeiten, in denen mein Körper viel Energie gebraucht hat, Zeiten in denen Morphium, Tramal, Hormontherapien und Operationen nicht mehr halfen und mein Leben dadurch schwerer wurde.
Auf meinem eigenen Weg habe ich verschiedene Möglichkeiten gesucht, mit dieser Situation umzugehen. Die medizinische Begleitung war ein wichtiger Teil davon. Gleichzeitig habe ich erfahren, wie wertvoll komplementäre Methoden ergänzend sein können.
Diese Methoden haben meine Endometriose nicht verschwinden lassen. Doch sie haben etwas Entscheidendes verändert: meinen Umgang mit dem Schmerz und die Intensität, mit der er meinen Alltag bestimmt hat. Mein Schmerzpegel wurde mit der Zeit deutlich ruhiger. Der Schmerz war nicht mehr ständig im Vordergrund meines Lebens. Ich konnte meinen Alltag wieder verlässlicher gestalten, arbeiten gehen und mein Leben führen, ohne ständig von Schmerzen ausgebremst zu werden.
Auch der Umgang mit Medikamenten hat sich massiv verändert. Der Schmerz war nicht mehr der zentrale Taktgeber meines Tages. Stattdessen konnte mein Nervensystem wieder mehr Ruhe finden und mein Körper fühlte sich Schritt für Schritt wieder stabiler an.
Für mich war das eine wichtige Erfahrung: Schmerz muss nicht immer komplett verschwinden, damit sich das Leben wieder freier und leichter anfühlen kann.
Diese Erfahrung prägt meine Arbeit heute stark. Sie ist der Grund warum ich mich auf Schmerztherapie mit Hypnose fachspezialisiert habe. Sie erinnert mich daran, wie wichtig es ist, Menschen Wege zu zeigen, wie ihr Nervensystem wieder mehr Ruhe finden kann – und wie sich dadurch auch der Umgang mit Schmerz verändern darf.
Ich habe bereits einen Artikel über meinen persönlichen Weg mit Endometriose publiziert. Bist du neugierig? Lese hier meinen ausführlichen Artikel dazu.
Fazit
Chronische Schmerzen können das Leben stark verändern und belasten.
Doch auch wenn Schmerzen lange Teil deines Lebens waren, bedeutet das nicht, dass sich nichts mehr verändern darf. Das Nervensystem ist lernfähig. Und genau darin liegt eine wichtige Chance.
Schmerztherapie mit Hypnose kann helfen, neue Wege im Umgang mit Schmerz zu entdecken, das Nervensystem zu beruhigen und wieder mehr Lebensqualität zu entwickeln.
Gerne teile ich mit dir ein interessantes Video zum Thema Schmerz von meinem Ausbildner und Mentor Gabriel Palacios.
Interessiert dich, was Endometriose ist? Hier findest du einen spannenden Link der Universitäts Spital Zürich.
⚓ Raum halten. Sicherheit geben. Veränderung begleiten.
Quellen
eigene Erfahrung